Im Winter ist ein lebendiger Weinstock kaum von einem toten zu unterscheiden: beide sind braun, wie abgestorben. Und das monatelang. Wer einen Weinstock nach der Frostperiode beschneidet, muss damit rechnen, dass der Weinstock „blutet“, Flüssigkeit tritt durch die Schnittwunde aus, wenn der Weinstock lebendig ist. 

Im Frühjahr zeigen sich erste Knospen. Und wenn es deutlich wärmer wird, sprießen die Zweige, die Reben und setzen Blüten an, die dann zu Weinbeeren heranwachsen.

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht.“ (Johannesevangelium Kapitel 15)

Jesus hat sich mit einem Weinstock verglichen, und alle, die auf ihn vertrauen, mit Reben. Damit hat er ein Bild aufgenommen, das vielen vertraut war. Wein gehörte zum Alltag und war doch etwas Besonderes.

Jesus hat mit diesem Bild betont, wie wichtig die Verbindung seiner Freunde mit ihm ist. So wie die Reben nur Blüten und später Trauben tragen können, solange sie mit dem Weinstock verbunden sind, so brauchen alle, die auf Jesus vertrauen wollen, eine enge Verbindung mit Jesus.

Um diese Verbindung können wir Menschen uns sehr wohl kümmern – und wir sollen es auch. Wie können wir das tun? Wir können uns informieren, was es bedeutet, auf Jesus zu vertrauen, was er gesagt und gelehrt hat. Kurz: was der Inhalt des christlichen Glaubens ist. Oder mit anderen Worten: immer wieder Abschnitte in der Bibel lesen. Dafür gibt es viele Anleitungen und Lesepläne, also wie wir die Bibel einfach lesen können.

Und dann gehört dazu das eigene Gebet. Oder wie es einmal jemand formuliert hat: „Beten ist Reden wie mit einem Freund, einer Freundin“. Beten drückt eine vertraute Beziehung aus. Und es besteht nicht nur aus Worten, sondern auch aus Schweigen, in einer inneren Nähe zu Jesus. Dazu gehört der Austausch und die Gemeinschaft mit anderen Christinnen und Christen. Das sprengt zwar das Bild vom Weinstock, gehört aber zur Beziehung zu Jesus.

Wer Jesus vertraut, gehört zu Jesus wie eine Rebe an den Weinstock – und das wirkt sich positiv aus.

Ihr Pastor Friedrich Kanjahn, Pastor in Mardorf und Schneeren