Irgendein Abend vor seinem Abschied. Der Abend, an dem die Jünger nur eines wollten: dass alles so bleibt wie es ist. Sie wollten ihn festhalten, diesen Augenblick, diesen Moment mit Jesus. Einfach die Zeit anhalten. Damit dieser Mann bei ihnen bleibt. Einfach festhalten.

Aber Jesus sagte:
Jetzt aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand von euch fragt mich: Wo gehst du hin? Doch weil ich dies zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauer. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden. (Joh 16,5-7)

Halten was nicht zu halten ist.
Einen einzelnen Moment halten können, festhalten. Das wär´s!
Sich erinnern an das was war. Und die Zeit zurückspulen. Wie Ihr sonntags zusammen gegessen habt. Mit der ganzen Familie um einen Tisch.

Den Moment halten können:
Wenn Dein Kind Dir mit lachenden Augen entgegenstrahlt und die Arme um Dich schlingt.

Jetzt ist die Zeit in neue Abschnitte eingeteilt. Vor Corona. Seit Corona. Unser Leben verändert sich. Es gibt keinen Stillstand. Zurückdrehen können wir nicht. Und vorspulen auch nicht.
Und trotzdem: Wie sehr wünschen wir uns das manchmal: Einfluss zu nehmen auf die Zeit. Zu halten, was nicht zu halten ist.

Jesus sagt: Es ist gut für euch, dass ich weggehe.

Dieses Wochenende feiern wir Pfingsten.

Wir feiern, dass Gottes Geist auf die Erde gekommen ist. Wir wissen nicht, welche Veränderungen unsere Gesellschaft aus dieser Zeit mitnehmen wird. Wir wissen nicht, wie der Herbst, der Winter oder das kommende Jahr sein werden.

Am ersten Pfingstfest - plötzlich - da konnten die Jünger Jesus loslassen. Ihn hergeben und Neues annehmen. Sie wussten nicht, wie die Zukunft aussehen würde. Aber seit Pfingsten wussten sie: Gottes Geist ist mitten unter ihnen.

Franziska Oberheide, Schulpastorin Ev. IGS Wunstorf