„Willkommen bei den Machern“ so begrüßt ein Landkreis seine Gäste. „Macher“ oder „Machende“ sind gefragt. Menschen, die das Leben meistern, die Leistung zeigen, die Probleme lösen, die ständig „unter Strom stehen“. Selbst Pausen dienen dazu, um sich selbst zu optimieren, um noch besser zu werden, die eigene Leistung zu steigern. Ich habe den Eindruck, dass eine solche Ideologie sogar bis weit in die ältere Generation hineinreicht. Als Rentner auch dann noch etwas für die Gesellschaft leisten. Im Alter kein „nutzloses Eisen“ sein, sondern sich selber einbringen. Das klingt gut und hat auch positive Seiten.

Aber kommt dabei nicht das zu kurz, was wir Seele nennen? Ist nicht auch eine Pause von nutzen, wenn es nicht zuerst darum geht, Kräfte zu sammeln, sondern einfach Pause, vielleicht sogar Schweigen und Stille?

Jemand sagte mir vor einiger Zeit: „ich freue mich auf den Gottesdienst, dann kann ich eine knappe Stunde abschalten, muss nichts leisten, sondern kann zuhören. Wenn ich will, kann ich mitsingen und beten. Auf jeden Fall kann ich zur Ruhe kommen.“

Der Gottesdienst bringt keine Leistungssteigerung, auch nicht im frommen Sinn. Mit anderen zusammen still werden, zuhören, singen und beten ist eher ein Innehalten, wie eine innere Bremse, wie ein Anhalten im Machen, in der Leistung.    

„Willkommen bei den Machern“ - im Gottesdienst gilt eher das Gegenteil Willkommen in der Pause. Und dann „Willkommen bei Gott“. Denn Gottesdienst ist weniger unser Tun, weniger unsere Leistung, sondern Gottes Gegenwart erleben und seine Liebe.

„Gott ist gegenwärtig, lasst uns anbeten“ so heißt es in einem alten Choral (Ev. Gesangbuch Nr. 165). „Machen“ können wir alle, mehr oder weniger. Wie wäre es mit einer Stunde Pause am Sonntagmorgen oder Sonntagaben – es gibt viele Gottesdienstmöglichkeiten rund um das Steinhuder Meer.  

Ihr Pastor Friedrich Kanjahn, Pastor in Mardorf und Schneeren