Das Kirchenjahr ist bunt. Mit den liturgischen Farben gehen wir durchs Kirchenjahr. Weiß sehen wir an Weihnachten und Ostern. Im Sommer, wenn alles wächst und reift, dann „grünt“ es auch in den Kirchen! An Pfingsten oder am Reformationstag legen die Kirchen Rouge auf, der Altarschmuck ist dann Rot wie die Farbe der Energie und der Kraft. Schwarz gibt es nur an einem Tag, am Karfreitag. Dann gibt es noch Lila, die Farbe der Fastenzeiten im Advent und vor Ostern sowie am Buß- und Bettag.

Und noch eine Farbe kommt: Rosa!

Rosa wird nur am 4. Sonntag der Fastenzeit und am 3. Adventssonntag verwendet. Die liturgische Farbe Rosa ist an beiden Sonntagen ein Zeichen dafür, dass mehr als die Hälfte der Vorbereitungszeit auf Ostern (und Weihnachten) vorüber ist. 

Morgen ist der 4. Sonntag der Fastenzeit, so etwas wie Halbzeit. Sein Name ist Lätare, das heißt „Freue dich!“. Wir sollen und können uns freuen: Der lange Weg bis zum Osterfest, dem Fest der Auferstehung ist halb geschafft.

Die meisten Kirchengemeinden werden morgen weiterhin in Lila / Violett geschmückt sein. Da die Farbe Rosa so selten gebraucht wird, verfügt nicht jede Kirchengemeinde über solchen Kirchenschmuck. Aber in die Farbe Violett mischt sich zumindest gedanklich schon eine hellere Farbe, ein Hauch von Ostern spürt man an diesem Sonntag, auch manchmal „Klein-Ostern“ genannt.

Ob die Menschenmenge damals in Jerusalem eine rosarote Brille aufhatte, weil Jesus in der Stadt war? 

Er kam zum Passahfest wie Tausende andere auch. Doch war es sofort anders: Großer Einzug. Grüne Zweige. Rote Wangen vor Eifer und Freude. Alle wollten ihn sehn. 

Freut euch! Freut euch mit Jerusalem, die Stadt in der auch Jesus das Passahfest feiern will. Freut euch an den Rosen, solange sie blühen. Freut euch am Brot, das euch nährt und rosa Wangen macht, wie man so schön sagt.

Freue dich! Freut euch alle!

Karin Puy, Lektorin, Kirchengemeinde Luthe