Spätestens seit März gibt es kaum ein Gespräch, indem nicht das Wort „Corona“ fällt. Nach dem relativ entspannten Sommer wurde in den vergangenen beiden Wochen fast ununterbrochen über die drastische Zunahme der Neuinfektionen und die erforderlichen Gegenmaßnahmen diskutiert. Die Politiker haben strengere Regeln für Regionen mit starkem Infektionsgeschehen beschlossen. Und die Kanzlerin rief dazu auf, deutlich weniger Menschen zu treffen und ab sofort auf nicht notwendige Reisen und Feiern zu verzichten.

Viele besinnen sich jetzt auf grundlegende Dinge im Leben zurück. Auf Gesundheit oder Familie. Auch der Glaube wird für viele wichtiger. Welche Wege führt uns Gott in diesen Tagen des Zweifels und der Unsicherheit? Einer der bekanntesten Texte der Bibel. der Psalm 23, gibt da vielleicht eine Antwort. „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln“ heißt es da. Diese Worte haben Menschen in Not schon immer gesprochen.

Der Hirte ist wohl das älteste Bild von Gott, das wir in der Bibel finden und es hat bis heute nichts von seiner Strahlkraft verloren: Von der Umsicht des Hirten, von seiner richtigen Einschätzung der Kräfte und von seinem Gespür für das Notwendige hängt alles ab. „Der Herr ist mein Hirte“. Das ist ein Bekenntnis, das wie ein Fels im Meer der Unsicherheiten steht. Bis heute trauen Menschen diesem Gott zu, dass er auch ihnen neue und andere Wege zeigt.

Und so bereiten Gemeinden kreativ und mit kühlem Kopf all die Gottesdienste vor, die in den nächsten Wochen sattfinden: Am Reformationsfest und am Toten- bzw. Ewigkeitssonntag. Natürlich ohne gemeinsames Singen und mit Abstand. Niemand kann die Entwicklung der Pandemie vorhersehen - lokale Entwicklungen des Infektionsgeschehens können dazu führen, dass Pläne geändert werden müssen - das wissen alle Beteiligten inzwischen nur zu genau. Trotzdem lassen sich viele Kirchengemeinden nicht entmutigen und planen schon jetzt ihre Weihnachtsgottesdienste. Denn die anderen Veranstaltungsformate erfordern eine besondere Vorbereitung. Prinzipiell ist vieles möglich - von mehreren, kürzeren Gottesdiensten in der Kirche bis hin zu einem größeren Weihnachtsgottesdienst auf dem Marktplatz.

Persönlich kann auch jede und jeder dazu beitragen, wie wir den Winter und Weihnachten erleben. Abstand zu wahren und zu Hause zu bleiben ist sicherlich ein schwerer Verzicht. Letztlich aber leisten wir ihn, wie Kanzlerin Merkel am letzten Wochenende sagte, für uns selbst und all diejenigen, denen wir diese Erkrankung ersparen wollen.