Hören können ist wichtig. Wir hören das Martinshorn, die Huppe, das Signal an der Ampel als Fußgänger, die Musik, die wir so sehr lieben und die Stimme der Menschen, die uns Gutes sagen.

Hören ist anstrengend. Wer eine fremde Sprache hört und sich schwer tut mit dem Verstehen, wer nicht mehr gut hören kann und sich schwer tut, sobald die Menschen zwar reden, aber einen nicht persönlich ansprechen oder auch nicht ansehen, wenn sie mit einem reden…

Zuhören ist mühsam. Es verlangt mir ab Dinge zu hören, die ich vielleicht gar nicht wissen wollte. Es nötigt mich, mich mit der Gedankenwelt von einem anderen Menschen auseinander zu setzen, die sich mir vielleicht nicht erschließt.

Hör hin. Hör zu. Hör mir doch mal zu! Sag nichts. Schweig! Nur wer schweigt, kann hören. Und nur wer ein offenes Herz hat, kann zuhören. Wenn wir mit anderen sprechen und unsere Antworten und Wünsche im Kopf haben, ja, wenn wir schon nur noch bestimmte Fragen stellen; dann sind die Antworten passend zu unserer Meinung, aber hinhören oder dem Gegenüber zuhören, das tun wir dann nicht mehr. Wenn wir schon den oder die reden hören, dann hören wir erst recht nicht mehr hin, weil wir meinen schon zu wissen, was gleich kommt. Und in aller Regel kommt etwas, wovon wir annehmen, dass es uns nicht interessiert, wir es schon kennen oder was sowieso und überhaupt absoluter Blödsinn ist. Vor allem aber ist es nicht, was wir hören wollen und somit haben wir den Widerspruch schon im Kopf.

Schweige und höre, neige Deines Herzens Ohr … Wir müssen unser Herz einschalten und nicht schon abschalten, noch bevor etwas gesagt wird.

Gestern war Valentinstag, Tag der Liebenden. Grade in Beziehungen ist das Zuhören und einander wahrnehmen besonders wichtig. Umso länger eine  Beziehung dauert, umso mehr verlassen wir uns darauf verstanden zu werden, legen den Worten vielleicht nicht mehr so viel Wert bei, glauben, blind ver-standen werden zu müssen, ohne unsere veränderte Lage, die sich wandelnde Liebe, die veränderten Bedürfnisse einander mitzuteilen. Manche hören dann auch nicht mehr hin oder glauben: Der/Die kriegt sich schon wieder ein.

Am Sonntag, geht es um das Zuhören um das Hinhören. Ganz besonders geht es natürlich um das Hören auf das, was Gott zu sagen hat. Die Geschichten erzählen von Erfahrungen: Mensch zu Menschen, Menschen mit Gott; der versucht Gehör zu finden, um durch sein Wort Frieden zu stiften. Sie erzählen von der Vergeblichkeit des Redens, wenn Menschen die Herzen verschlossen haben und sich auf nichts einlassen wollen.

Schweige und höre, lass Dich ein darauf konfrontiert zu werden mit Neuem, Unbekanntem, mit Dingen, die Dir nicht vertraut sind und die Dich fragend zurücklassen oder auch verunsichert. Neige Deines Herzens Ohr, damit Du und das Gegenüber eine Chance haben einander zu verstehen, wenn es anders ist als erwartet - fremd, was Dir begegnet. Schweige und höre, neige Deines Herzens Ohr, suche den Frieden. Wenn wir uns gegenseitig zuhören, mit unserem Herzen hinhören, um unser Gegenüber so zu verstehen, wie es Dinge meint; nicht wie wir denken, dass es sein sollte. Wenn wir uns einlassen können auf etwas, was uns nicht entspricht, dann ist Frieden möglich. Lassen wir uns nicht ein und haben keine Bereitschaft unser Herz zu öffnen, dann kann das Zusammenleben nichts werden. Dann erwarten wir immer, dass andere unsere Meinung haben müssen, so reagieren müssen, wie wir wollen und setzen uns und unsere Ansprüche absolut.

Damit es zum Hinhören kommt, haben wir uns Gedanken gemacht im Miteinander. Wenn sie etwas von den Ergebnissen mitbekommen mögen:

Sing&Praise, heute, 18:00h, Neue Kirche Idensen, zu „Schweige und Höre“ oder Punkt5, Sonntag 17:00h, Kirche in Dedensen

Heinz Laukamp