Morgen ist der 1. Advent und damit Zeit, mindestens eine Kerze anzuzünden. Aber was wird das für ein Advent? Ausgiebig einkaufen geht nicht. Für Freunde Kekse backen geht nur mit Handschuhen und Mundschutz. Der Punsch schmeckt nur dann gut, wenn man ihn für viele Menschen kocht – das fällt also auch weg.

In einer solchen Zeit der Einschränkungen braucht es eine andere Quelle der Freude. Wir hatten uns überlegt, den liebgewonnen lebendigen Adventskalender in Idensen und Mesmerode in diesem Jahr trotzdem stattfinden zu lassen: Menschen laden zu sich ein und lesen eine Geschichte vor oder singen ein Lied. Recht schnell war für jeden Tag eine Gastgeberin oder ein Gastgeber gefunden.

Mit großer Vorfreude haben sich alle vorbereitet, denn die Idee auch in diesem Advent beieinander zu sein, war uns allen enorm wichtig. Wir wollen uns sehen, die Stimme hören und die Stimmung transportieren in einer Vorfreude auf das Weihnachtsfest.

In den evangelischen Kirchen wird morgen gepredigt zu einem Text aus Sacharja, wo es heißt: „Denn er wird Frieden gebieten den Völkern, und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern“. Dieser Satz beflügelt unsere alljährliche Sehnsucht nach einer friedlichen Weihnachtszeit aller Menschen auf diesem Planeten. Krieg und Aggression mit Waffen oder Twitter gibt es zu viele, dass ein Wandel dringend nötig ist. Frieden in die Häuser zu bringen, Gemeinschaft zu stiften und sich die Ruhe und auf das Miteinander einzulassen, ist ein großes Bestreben in dieser Zeit.

Und daher haben sich auch die Gastgeberinnen und Gastgeber mit diesen Themen auseinandergesetzt: Mal nachdenklich und mal augenzwinkernd setzen alle sich mit der Adventszeit auseinander. Und warum tun sie das trotz Corona? Sie machen es wegen Corona. Sie haben sich in ihrem Wohnzimmer filmen lassen und sehr bewusst eine geliebte Geschichte ausgewählt. Sie laden ein – wenn auch nur virtuell -, um nicht nur ein Licht zu entzünden, sondern auch das Lächeln dazu zu schenken.

P.S.: Die Videos finden Sie unter www.Kirche-Idensen.de

Jörg Mecke, Prädikant aus Idensen