Liebe Leserinnen und Leser,

erst in diesen Tagen ginge ohne Covid-19 die Zeit der Erntefeste zu Ende. Die Ernte ist seit Jahrhunderten ein Anlass für Feiern gewesen. 

Dabei spielte der Dank eine wichtige Rolle. Und heute?

Sollten wir heute noch Gott danken? Oder macht unsere Arbeit, gleichgültig ob in der Landwirtschaft, in der Industrie, im Handwerk, in Verwaltungen und in allen anderen Lebensbereichen das Danken überflüssig? Wir setzen doch unsere Fähigkeiten ein, wir investieren Kraft und Zeit.

Die Corona-Pandemie hat mindestens dieses gezeigt: wir haben unser Leben nicht in den Händen. 

Unser Leben haben wir uns nicht selbst zu verdanken. Wir setzen unsere Gaben und Begabungen ein, sie sind uns gegeben. Und wir setzen unsere Zeit und unsere Kräfte ein.

Und trotzdem haben wir Grund, dankbar zu sein.   

Wir können für das danken, was da ist. Da spielt es keine Rolle, ob das, was uns zur Verfügung steht, viel ist oder gerade ausreicht. Wir können danken, auch wenn das Leben bedroht ist oder die Erträge der Arbeit nur gerade eben das Leben sichern können. So haben wir auch in diesem Jahr Grund, Gott zu danken, trotz des Corona-Virus und dessen Folgen für uns alle. Das gilt auch trotz eher durchschnittlicher Ernten in der Landwirtschaft. Danken schließt auch die wirtschaftlich nicht einfache Lage in vielen Branchen und die ziemlich unsichere Zukunft ein. 

Noch mehr als die Klage ist der Dank ein Grundthema in der Bibel, insbesondere im Buch der Psalmen, so auch in Psalm 107: „Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.“

Gott danken lohnt, schließlich lenkt danken unsere Blicke von uns weg hin zu Gott.

Ihr Friedrich Kanjahn, Pastor in Mardorf und Schneeren