Es ist wieder soweit: Traditionsgemäß sammeln die evangelischen Kirchengemeinden in ihren Gottesdiensten vom 1. Advent 2016 bis Anfang 2017 Kollekten für die Projektarbeit von Brot für die Welt. Brot für die Welt ist in den Kirchengemeinden verwurzelt. Für 2016/2017 wird im Ev.-luth. Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf vorgeschlagen, das Projekt „Malawi: Das Glück ist mit dem Tüchtigen“ zu unterstützen. „Ein wunderbares Projekt, dass uns sofort angesprochen hat.“, so Superintendent Michael Hagen. „In besonderer Weise wird mit dem Projekt eine nachhaltige Hilfe gefördert, die die Ernährung der Menschen in Malawi deutlich verbessert und auch die Chance auf Bildung vergrößert.“, freut sich Hagen.

Malawi, das kleine Land im Südosten Afrikas zählt zu den ärmsten der Welt. Es ist immer wieder auf internationale Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Die Einführung von Bewässerungstechniken und Schulungen in nachhaltiger Landwirtschaft versetzt Kleinbauernfamilien in die Lage, ihre Erträge nachhaltig zu erhöhen und ihre Lebensumstände zu verbessern. "Bevor wir das Bewässerungssystem hatten war das Leben für uns sehr hart“, erinnert sich John Chimwayi. Er blickt auf seine staubigen Schuhe, deren Nähte an den Spitzen aufgeplatzt sind. „Oft hatten wir nur ein oder zwei Mahlzeiten am Tag, und die bestanden ausschließlich aus unserem Maisbrei "Nsima"." Nur einmal im Jahr konnte John Chimwayi Mais anbauen – und die Ernte war nie sicher.

Seitdem John Chimwayi und rund 80 weitere Bauern im Dorf Samuti an das Bewässerungssystem angeschlossen sind, müssen sie nicht mehr um ihre Ernte fürchten. Im Gegenteil: Sie konnten ihre Produktion ausweiten und damit ihr Lebensniveau verbessern. Bis zu drei Maisernten sind jetzt pro Jahr möglich. Längst bauen sie nicht mehr ausschließlich Mais an. Auf den Feldern wachsen inzwischen auch Tomaten, Bohnen, Erbsen, Chinakohl sowie viele lokale Gemüsesorten. „Wir essen jetzt gesünder.", lacht John und kratzt sich an den grauen Bartstoppeln in seinem hageren Gesicht. Früher war seine Familie häufig krank. John Chimwayi und seine Frau Elinet waren zu schwach für die Feldarbeit, die Kinder hatten Durchfall und fehlten ständig in der Schule. „Jetzt kommt meine Jüngste sehr gut mit“, freut er sich. Die anderen beiden Kinder haben mittlerweile die Schule abgeschlossen.

In 2015/2016 kamen im Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf fast 53.000 Euro an Kollekten für Brot für die Welt zusammen. „Ich freue mich, wenn sich die Menschen in unseren Gemeinden ebenso sehr von diesem nachhaltigen Projekt angesprochen fühlen wie wir bei der Projektauswahl. Mal sehen, ob wir unsere Hilfe noch steigern können.“, so Christina Günther, die Fundraising-Managerin des Kirchenkreises.