Morgen ist Valentinstag, der Tag der Liebenden. Der Bischof Valentin hat der Überlieferung nach Liebespaaren Blumen geschenkt. Ob er mit den Blumen sagen wollte: lasst eure Liebe wachsen wie die Blumen? So wie die Blumen die Menschen erfreuen, so könnt auch ihr mit eurer Liebe Freude schenken? Umsorgt eure Liebe so wie die Blume Wasser und Licht benötigt? Ich kann ihn das nicht mehr fragen. Er selbst soll am 14. Februar 269 wegen seiner Treue zu Christus als Märtyrer gestorben sein. Schön finde ich, dass dieser Bischof wohl ganz offene Augen gehabt hat für die Liebe der Menschen. Mir begegnet die Liebe in ganz verschiedenen Momenten:

Wenn Sara auf der Kinderfreizeit ein großes Herz malt für ihre Eltern und ihre kleine Schwester. Auch ihren Hund vergisst sie nicht. Wenn Leonie und Alexander vor der kirchlichen Trauung erzählen, dass sie sich über das Internet kennengelernt haben und sie sich sofort super verstanden haben. Natürlich legen sie ein Herz aus Buchsbaum um die Stühle in der Kirche. Wenn August mit leuchtenden Augen von der ersten Begegnung mit seiner Inge erzählt. Sie feiern gerade ihren 60. Hochzeitstag. Wenn Maria im Pflegeheim der alten Frau zum Geburtstag Rosen schenkt. Der Duft erinnert sie an die Rosen im eigenen Garten. Wenn Britta mit den Tränen kämpft, weil die Liebe zu Sven im Alltag untergegangen ist. Sie ist erstmal aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Wenn ich die faltige Hand von Kurt sehe, mit der er am Sterbebett die Wange von seiner Frau streichelt. Worte brauchen die beiden nicht. Wenn Charlotte erzählt, dass ihre Freundin sie im lockdown jede Woche anruft. Wenn es wieder erlaubt ist, will sie sich mit einer Umarmung bei ihr bedanken. Wenn Markus seinem Patenkind Max verspricht, immer für ihn da zu sein. Er will ihm von Gottes Liebe erzählen. Wenn ich die Rose auf dem Grab von Sophie sehe. Ihr Mann hat sie zu ihrem fünften Todestag hingelegt. Beim Spaziergang hat er mir seine neue Partnerin vorgestellt. Wenn Patrick auf dem Konfirmandenferienseminar gespannt darauf wartet, von Annika eine Gute-Nacht-Post zu bekommen. Vor drei Tagen hat er sie zum ersten Mal gesehen. Wenn …

Soviel Liebe. Ohne Liebe könnten wir nicht leben. Wie wunderbar, dass Gott uns Menschen liebt und uns mit der Fähigkeit zur Liebe geschaffen hat.

Christa Hafermann, Pastorin in der ev.-luth. Kirchengemeinde Kolenfeld

und stellvertretende Superintendentin im Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf