Alle reden in der Zeit der Pandemie und den vielen Einschränkungen, die uns auferlegt wurden und werden, von dem „Exit“ und von „der Zeit danach“. Gepaart mit der Sehnsucht nach der Normalität setzen schon die Planungen ein: „Wenn ich doch erst wieder…“, „Ich freue mich schon auf…“ oder „Endlich treffe ich…“. Wonach sehnen wir uns? Nach der Zeit vor Corona oder nach einer neuen Zeit nach Corona? Es gibt viele die sagen, es wird nie wieder, wie es war. Und das glaube ich auch. Nicht wegen einer chronischen Angst, die sich gefestigt hat, sondern weil viele Menschen in dieser Zeit etwas gelernt haben. Die „Entschleunigung“ der meisten Personen führte dazu, dass eigene Handeln zu überdenken. Was ist mir wichtig? Was vermisse ich? Was hat mir Zeit und/oder Kraft geraubt? Eine Zäsur in unserem Leben kann Prioritäten im Alltag, in der Freizeit und in Freundschaften verändern. Die Besinnung auf die Werte des Miteinanders wie ein Handschlag, ein gemeinsames Lachen oder ein Runde Doppelkopf mit Freunden zeigt die wahren Werte des Lebens.

Wenn wir unser Leben mit Entschlüssen und Vorsätzen „aufgeräumt“ haben, geht daran, weiterzugehen in eine neue andere Welt, die hoffentlich mehr WIR und weniger ICH enthält. Mir fiel dazu mal wieder ein Segen in die Hände, den Gerhard Engelsberger formuliert hat. Möglicherweise gibt es Ihnen auch Mut für die Zeit danach, für Ihren Weg und Ihre Entscheidungen.

Geh Deinen Weg.

Es wird Deiner sein, wohin immer er führt.

Lass Dir Zeit, nachzudenken,

zu fragen, zu erinnern, abzuwägen.

Geh Deinen Weg.

Überstürze Dich nicht.

Lass Dich nicht aufhalten.

Wenn möglich, geh nicht allein.

Wenn nötig, trenne Dich.

Auf Deinem Gesicht liegt der Glanz Gottes.

In Deinem Herzen schlägt die Liebe Gottes.

Aus Deinen Händen entstehen Wunder Gottes.

Deine Füße reichen weit und sind tapfere als Deine Pläne.

Deine Arme sind lang genug,

um wenigstens einen Menschen zu umarmen.

Geh mutig Deinen Weg.

Auf Dir ruht der Segen Gottes. Amen.

Prädikant Jörg Mecke